Technik-Händchen
Jeden Dienstag ist Josef Döller im Pensionisten-Wohnhaus Tamariske in der Donaustadt. Seit einem Jahr unterstützt der ehemalige Nachrichtentechniker nun das Team der Ehrenamtlichen im Haus.
Bei Fragen zu Laptop, Handy oder Fernseher kommen die BewohnerInnen im Pensionisten-Wohnhaus Tamariske zu Josef Döller. Auch für das neue Schwarzlichttheater-Projekt des Hauses stellt er sein technisches Wissen zur Verfügung.
Leben & Freude: Seit wann sind Sie im Haus Tamariske?
Josef Döller: Seit zirka einem Jahr bin ich jetzt hier im Team der Ehrenamtlichen. Ich bin sozusagen der „Jüngste“ hier und der einzige Mann im Team.
Wie sind Sie zu dieser Freiwilligentätigkeit gekommen?
Ich habe gemerkt, dass sich ältere Leute mit Laptop und anderen technischen Geräten meist schwer tun. Da ich als Frühpensionist viel Zeit habe, wollte ich mich hier einbringen. Die Bewohnerinnen und Bewohner brauchen oft kleinere Ratschläge oder Hilfe bei Fernseher, Handy oder Fotoapparat.
Welche Aufgabe haben Sie hier genau?
Ich bin für Technikfragen der Leute hier die Ansprechperson. Ich leite eine Laptop-Gruppe, bei der die Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Fragen zu mir kommen und ich ihnen die Geräte erkläre. Ich schaue, dass ich jeder bzw. jedem dieselbe Zeit widme und kümmere mich um die Anliegen.
Wie viel Zeit nimmt die Tätigkeit hier in Anspruch?
Ein Mal in der Woche bin ich mindestens einen halben Tag im Haus, also ungefähr drei Stunden, meistens am Dienstag. Aber ich nehme das nicht so genau: Wenn jemand eine Frage hat, kann es auch sein, dass ich mich intensiver darum kümmere und es länger dauert. Ich freue mich ja, wenn die Leute die Probleme mit mir lösen können.
Zusätzlich arbeite ich jetzt noch beim neuen Schwarzlichttheater-Projekt im Haus mit. Die Bewohnerinnen und Bewohner proben voller Begeisterung ein Bühnenstück, ich stelle dafür meine Kenntnisse in Bühnenbeleuchtung sowie Ton- und Musikunterstützung zur Verfügung. Bei der Bingo-Runde bin ich auch helfend dabei.
Was fasziniert Sie an der freiwilligen Arbeit? Warum engagieren Sie sich?
Nach meiner Frühpensionierung war ich auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung. Durch Zufall habe ich von der Möglichkeit erfahren, bei „S.m.S – Solidarität mit SeniorInnen“ im Ehrenamt mitzuarbeiten. Ich habe dann bei der Koordinatorin, Frau Ursula Frey, angerufen und gefragt, wo es denn die Chance gibt, mich einzubringen. Ich finde es einfach schön zu helfen. Wie gesagt, es freut mich, wenn etwas wieder funktioniert bzw. ich den Bewohnerinnen und Bewohnern zum Beispiel das Handy erklären konnte.
Welche Anerkennung bekommt man?
Die Freude der Bewohnerinnen und Bewohner, wenn etwas wieder funktioniert, ist die größte Anerkennung für mich. Man lernt auch das Leben aus der Sicht von Älteren kennen. Das ist viel wert.
Wie kann man Mitmenschen dazu motivieren, ehrenamtlich tätig zu werden bzw. freiwillig mitzuhelfen?
Ich finde, die ehrenamtliche Arbeit wird in unserer Gesellschaft noch viel zu sehr belächelt. Da sollte man ansetzen. Ich versuche, Bekannte sowie Freundinnen und Freunde davon zu überzeugen. Dabei kann man doch so viel Lebenserfahrung sammeln und Freude verbreiten.