Achtung vor Neffentrick-Betrug!
Das Büro für Kriminalprävention der Bundespolizeidirektion gibt den Wienerinnen und Wienern Tipps gegen Trickbetrügerinnen und -betrüger.
Wenn sich plötzlich ein verschollener Neffe oder bei Ihnen meldet, seien Sie lieber misstrauisch.
So wie man nur selten plötzlich von dem unbekannten, reichen Onkel aus Amerika angerufen wird, genauso selten ruft der verschollene Neffe/ die Nichte an, um das Wiedersehen feiern zu wollen. Es handelt sich dabei um einen Trick, der seit einigen Jahren höchst erfolgreich eingesetzt wird, um Menschen um ihr schwer verdientes Geld zu bringen.
Es sind aber nicht immer nur Neffen und Nichten, sondern vielfach auch sonstige Verwandte oder Bekannte, je nachdem, wen das Opfer, welches grundsätzlich immer bei telefonischer Kontaktaufnahme Namen nennen soll ("Wir haben uns schon so lange nicht gehört, rate mal, wer ich bin...") selbst namhaft macht. Mit zahlreichen, unmittelbar aufeinanderfolgenden Anrufen wird "Telefonterror" gemacht und soll so dem Opfer die Zeit zum Überdenken der Situation genommen werden.
Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl
Wenn Sie ein beunruhigendes Bauchgefühl verspüren, glauben Sie an dieses. Warum soll ein/e Verwandte/r gerade jetzt auftauchen? Warum benötigt er/sie auch gerade jetzt Geld? Warum kümmerte er sich nicht um Sie, als es Ihnen schlecht ging? Lassen Sie sich nicht beeinflussen, die Leute wollen einfach nur Ihr Geld! Wenn er/sie ein neues Auto oder eine teure Eigentumswohnung kaufen muss oder möchte, dann nicht von Ihren Rücklagen.
Wenn Sie angerufen werden:
- Legen Sie Ihrem/r GesprächspartnerIn nicht seinen/ihren Namen in den Mund
- Geben Sie keine Auskünfte über Ihre finanzielle Situation
- Nennen Sie keine Bankverbindungen oder Kontonummern
- Sie haben durchaus das Recht, unfreundlich zu sein, Sie können auch auflegen
- Lassen Sie sich bei einem Gespräch nicht ausfragen
- Sollte Ihnen etwas nicht geheuer vorkommen, halten Sie eventuell Rücksprache mit Verwandten oder Personen Ihres Vertrauens
- Tätigen Sie keine Geldabhebungen
- Vereinbaren Sie keine persönlichen Treffen für Geldübergaben
- Verständigen Sie die Polizei unter der Nummer 133 oder Euronotruf 112
- Lassen Sie sich nicht von Schauspielertricks beeindrucken, auch wenn der Anrufer von Leben und Tod spricht und Ihnen am Telefon vorweint. Passt das zum Charakter der Person, der er /sie angeblich sein will? Bestehen Sie darauf, selbst zurückzurufen und verwenden Sie Telefonnummern, die Sie bereits vor dem Anruf hatten.
Der angebliche Neffe/Nichte /Verwandter/Bekannter wird bei einer möglichen Geldübergabe niemals persönlich erscheinen, immer wird er/sie eine Ausrede finden, jemand anderen zu schicken. Die Geldübergabe kann sowohl in der Wohnung erfolgen (niemals einen Fremden in die Wohnung lassen) als auch an einem neutralen Ort.
PolizistInnen und andere Amtspersonen legitimieren sich mit einem Dienstausweis, zusätzlich kann eine Kokarde gezeigt werden. Bei Unklarheiten: Fragen Sie nach der zuständigen Polizeidienststelle, tätigen Sie einen Rückruf und kontrollieren Sie, ob die Telefonnummer eine Rufnummer der Polizei ist.