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Ein sicherer Hafen für Daten
Ein defekte Festplatte, eine irrtümlich überschriebene Datei oder ein gestohlener Laptop: Firmendaten können auf vielerlei Wegen abhanden kommen. Martin Obermoser, Gründer des Wiener Unternehmens Datenhafen, über Sicherheit und Verschlüsselung.

Forschen & Entdecken: Warum gibt es Ihrer Meinung nach so wenig Bewusstsein für eine professionelle Datensicherung?
Martin Obermoser: Eine Datensicherung ist wie eine Versicherung: Jeder hofft, dass sie nie benötigt wird. Dazu kommen eine gewisse Technikgläubigkeit und die Einstellung „Mir wird schon nichts passieren.“
Wie sichern Firmen Ihre Daten?
Manche kopieren sie manuell, und daher meist sehr unregelmäßig, auf externe Festplatten. Dabei werden die Daten für gewöhnlich nicht verschlüsselt. Eine Ärztin hat mir einmal stolz erzählt, dass sie ihre Patientendaten, unverschlüsselt, auf einem USB-Stick sichert, den sie in ihrer Handtasche immer bei sich hat. So ein Szenario löst bei mir Gänsehaut aus und ist auch aus rechtlicher Sicht bedenklich.
Wie sichert Datenhafen?
Unsere Software sorgt dafür, dass die Daten unserer Kundinnen und Kunden regelmäßig und automatisch gesichert werden. Zusätzlich kontrollieren wir zentral, ob alles funktioniert, und informieren unsere Kundinnen und Kunden, wenn wir Fehler vermuten.
Besonders wichtig ist uns auch, dass die Wiederherstellung der Daten regelmäßig getestet wird. Damit wird einerseits die technische Funktionstüchtigkeit der Datensicherung überprüft, andererseits wird sichergestellt, dass unsere Kundinnen und Kunden das Passwort zur Entschlüsselung der Daten noch wissen. Gleichzeitig üben sie die Wiederherstellung, was im Notfall Zeit spart. Und das – neben Automatismus und Verschlüsselung – dritte „Dogma“ der Datensicherung, die Außer-Haus-Lagerung der Backup-Daten, erfüllt unser Service ganz nebenbei.
Wie funktioniert „Online Backup“?
Unsere Kundinnen und Kunden installieren unsere Software auf ihren Rechnern. Diese sorgt dafür, dass die zu sichernden Daten zu den angegebenen Zeitpunkten komprimiert, verschlüsselt und auf unsere Backup-Server übertragen werden. Mit dieser Software können die Daten bei Bedarf auch wieder von unseren Servern abgerufen und auf den Rechnern der Kundinnen und Kunden wiederhergestellt werden.
Wie kommt man zu der Software?
Unsere Backup-Software steht auf unserer Webseite zum Download bereit, jeder kann sie von dort frei herunterladen. Nach der Installation steht automatisch ein Testzugang zur Verfügung, um unseren Service kostenlos und unverbindlich zu testen. Mit der Software werden in fünf Schritten alle notwendigen Angaben zur Datensicherung abgefragt, vor allem welche Daten wann und wie oft gesichert werden sollen. Danach funktioniert alles automatisch und unsere Kundinnen und Kunden erhalten nach jedem Backup eine Status-E-Mail.
Braucht man bestimmte technische Voraussetzungen, um Ihren Service nutzen zu können?
Ein Rechner mit einem üblichen Betriebssystem (z. B. Windows 7, Vista, XP oder 2000 bzw. Server 2008, 2003 oder 2000, Mac OS X 10.x oder diverse Linux-Systeme) und ein Internetzugang – und schon kann es losgehen.
Wie können Sie Kundinnen und Kunden angesichts der aktuellen Hackerangriffe, etwa beim ORF, garantieren, dass die Daten sicher sind?
Mit unserem Service werden die Daten bereits auf dem Rechner unserer Kundinnen und Kunden verschlüsselt. Den Schlüssel dazu kennen nur sie. Die Daten sind also während ihrer Übertragung bereits unlesbar und werden auch so auf unserem Backup-Server abgespeichert. Ohne den dazugehörigen Schlüssel können die Daten nach heutigem Stand der Technik nicht entschlüsselt werden. Auch von uns nicht. Bei dem angesprochenen Hackerangriff sind stets Daten im Klartext entwendet worden, die noch dazu auf schlecht gesicherten Webservern gespeichert waren. Im Gegensatz dazu ist unsere Infrastruktur bestens geschützt und nur mit unserer Software „ansprechbar“, einen Webzugang zu unseren Servern gibt es nicht.
Ist der Datenschutz individuell auf Kundinnen und Kunden abgestimmt oder ist das Programm standardisiert?
Grundsätzlich setzen wir unsere Software unverändert bei allen unseren Kundinnen und Kunden ein. Diese bietet aus technischer Sicht bestmögliche Sicherheit, unter anderem durch die implementierte Datenverschlüsselung – das wurde kürzlich von einem externen IT-Sicherheitsunternehmen überprüft und mit einem Zertifikat bestätigt.
Unsere primäre Backup-Infrastruktur steht in einem Wiener Rechenzentrum, das alle üblichen Sicherheitsmerkmale wie unterbrechungsfreie Stromversorgung, Dieselgenerator, Brandschutz-Einrichtungen oder Videoüberwachung aufweist. Außerdem spiegeln wir alle Kundendaten auf eine zweite Servergarnitur an unserem Bürostandort. Alle unsere Systeme werden rund um die Uhr überwacht.
Datenhafen ist ein Wiener Unternehmen und unterliegt damit dem österreichischen Recht. Welchen Vorteil bringt das den Kundinnen und Kunden?
Erstens müssen sich unsere Kundinnen und Kunden nicht mit einem für die meisten unbekannten Recht, etwa aus Deutschland, den Niederlanden, UK, den USA oder anderen Staaten, befassen. Zweitens weist gerade das österreichische Datenschutzgesetz im internationalen Vergleich besonders strenge Bestimmungen auf, unter anderem betreffend Weitergabe oder Löschen von Daten. Vorteile einer Geschäftsbeziehung mit uns als österreichischem Unternehmen sind weiters gewisse Ähnlichkeiten – dieselbe Sprache, Mentalität und dieselben Bürozeiten. Letztere ermöglichen es uns, unseren Kundinnen und Kunden einen besonders intensiven und persönlichen Support anzubieten.
Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Wir berechnen unseren Kundinnen und Kunden jeweils den gerade von ihren Daten auf unserem Server genutzten Speicherplatz, ganz nach unserem Motto: „Gebucht wird, was gebraucht wird. Und bezahlt wird, was gebucht wurde.“ Durch die Komprimierung der Daten während der Sicherung belegt ein Backup auf unseren Backup-Servern erfahrungsgemäß zwischen 40 und 70 Prozent des ursprünglichen Speicherplatzes.
Ab 10 Euro pro Monat (zzgl. USt.) können Unternehmen bei uns ihre Daten sichern; dieses Einstiegspaket ist für kleine Unternehmen oder EPUs (Einpersonenunternehmen) gedacht. Größere Pakete kosten z. B. 40 Euro (10 GB Speicherplatz) oder 125 Euro (100 GB) pro Monat. Wenn jemand größere Datenmengen oder mehrere Rechner sichern möchte, erstellen wir gerne ein individuelles Angebot.
Wie wird das Angebot angenommen?
Wir haben Kundinnen und Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen, etwa Hotellerie, Finanzwesen, Wirtschaftsprüfung oder Baugewerbe, mit den unterschiedlichsten Anforderungen an Datenmenge und Anzahl der zu sichernden Rechner.
Als kleiner österreichischer Anbieter können wir unseren Kundinnen und Kunden Support und Unterstützung geben, den große nationale und internationale Unternehmen nicht bieten können (und/oder wollen). Wir sind als Spezialisten in Sachen Datensicherung persönlich um unsere Kundinnen und Kunden bemüht. Dafür sind diese auch bereit, einen etwas höheren Preis gegenüber anonymen und Support-losen Angeboten großer internationaler Anbieter zu bezahlen.
Was ist der Club?
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