Facebook reloaded: Vom Netz ins wahre Leben
Nicht virtuell Kontakte pflegen, sondern neue FreizeitpartnerInnen finden – das ist die Devise der Wiener Internetplattform „friendseek“. „Forschen & Entdecken“ hat mit Gründer Alexander Lendl über die Idee und die Ziele von „friendseek“ gesprochen.
"Die Gründung von friendseek war arbeitsintensiv und stellte ein großes finanzielles Risiko für mich als Jungunternehmer dar."
Forschen & Entdecken: Was haben Sie vor der Gründung von „friendseek“ gemacht?
Alexander Lendl: Ich habe ein Gymnasium mit Schwerpunkt Informatik besucht, danach ein Kolleg für EDV und Organisation mit anschließendem „Computer Science“-Studium absolviert. Meine Affinität zur Technik war bereits im Jugendalter vorhanden. In meinem ersten Vollzeitjob war ich bei der Robert Bosch AG als Projektkoordinator im Bereich Daten- und Informationsverarbeitung tätig. Anschließend habe ich als Softwareentwickler und Berater für ein Wiener IT-Unternehmen gearbeitet und seit Ende 2001 bin ich selbstständiger Einzelunternehmer. 2010 habe ich die SYNEXIT GmbH gegründet, die die „friendseek“-Online-Plattform entwickelt und betreibt.
Wie entstand die Idee, „friendseek“ ins Leben zu rufen?
Die Idee entstand bereits vor Jahren. Mir ist in der Vergangenheit zwei Mal ein Sportpartner abhandengekommen, und im eigenen Freundeskreis hat sich damals niemand gefunden, der sowohl Zeit als auch ein ähnliches Spielniveau hatte. Nachdem ich nicht von irgendwelchen „schwarzen Brettern“ fremde Personen kontaktieren wollte, über die es außer Vorname und Telefonnummer bzw. E-Mail-Adresse keinerlei Informationen gab, habe ich online zu suchen begonnen. Dabei hat sich gezeigt, dass es zwar unzählige Seiten gab, wo ich „Partner“ suchen konnte. Im Freizeit- und Sportbereich war diesbezüglich aber wenig zu finden, besonders wenn man gezielt Leute aus der eigenen Umgebung finden wollte.
Was möchten Sie mit „friendseek“ bewirken? Welches ist Ihr Hauptanliegen?
Ich glaube, dass viele Leute die eigenen Interessen nicht verwirklichen können oder wollen, weil sich im Freundes- und Bekanntenkreis niemand dazu findet. Mit „friendseek“ können User im Web gezielt Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen, um einander im realen Leben kennenzulernen und gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen.
Wie kam es zur Förderung durch die ZIT?
Im Zuge meiner Unternehmensgründung habe ich begonnen, mich intensiv mit den unterschiedlichen Förderungsangeboten, die es gibt, zu beschäftigen. Ich war positiv überrascht, welche Möglichkeiten die österreichische Förderlandschaft bietet. Als mir die Gelegenheit geboten wurde, mein Projekt bei der ZIT vorzustellen, habe ich diese Chance genutzt und konnte die Jury von meiner Idee überzeugen.
Wie gestaltete sich die Gründung?
Die Gründung war arbeitsintensiv und stellte ein großes finanzielles Risiko für mich als Jungunternehmer dar. Da ich allerdings von meiner Idee überzeugt war, habe ich diese Hürden genommen und war mit Freude und Spaß daran, diese endlich Gestalt annehmen zu lassen.
Nutzen Sie dabei selbst „friendseek“? Wenn ja, in welcher Kategorie?
Selbstverständlich habe auch ich ein eigenes Profil, mit dem ich mit anderen Usern in Kontakt trete. So konnte ich über die Kategorie „Bergsteigen/Wandern“ bereits neue Bekanntschaften knüpfen und war auch bei einer Bergtour dabei, die über „friendseek“ organisiert wurde.
Wie gestaltet sich die Freizeitpartnersuche?
Die Freizeitpartnersuche bildet den Kern von „friendseek“, auf der hinsichtlich Angebot und Usability unser Fokus liegt. Und das funktioniert!
Welchen Einfluss haben die mobilen Applikationen auf das Prozedere? Könnte ich dadurch etwa leicht(er) einen Jogging-Partner für eine kleine Laufrunde in zwei Stunden finden?
Durch die schnelle Weiterentwicklung und Verbreitung immer leistungsfähigerer Smartphones wird unsere Gesellschaft bald immer und überall online sein. Es ist ganz klar auch unser Bestreben, dieser Entwicklung mit von uns entwickelten Services in Zukunft Rechnung zu tragen.
Bei „friendseek“ geht es darum, das zielgerichtete Kontakteknüpfen zu bisher unbekannten Personen zu erleichtern. Ob sich User für spontane Laufrunden finden und einander kurzfristig treffen oder zunächst ein paar Nachrichten austauschen, einander bei einem Kaffee kennenlernen und bei Sympathie dann auch zu einer Jogging-Tour verabreden, sei den Usern selbst überlassen. Möglich ist es!
Nutzen viele User die Möglichkeit, mehrere Profile anzulegen? Worin liegt der Vorteil?
Die „friendseek“-Plattform bietet Benutzerprofile mit bis dato einzigartigen Sichtbarkeits- und Privatsphäre-Einstellungen und ermöglicht dadurch den Nutzern, sich je nach Themengebiet oder Zielgruppe unterschiedlich zu präsentieren. Die Vorteile dieses ausgeklügelten Profilsystems liegen darin, dass man sich mittels der verschiedenen Profil-Darstellungen unterschiedlich präsentieren und dabei gleichzeitig auch genau festlegen kann, wer was von der eigenen Person erfahren darf. Die Tanzkenntnisse, Musikvorlieben und Körpergröße sind sicherlich für den gewünschten Tanzpartner interessant, während der gesuchte Reisegefährte wohl eher über bevorzugte Urlaubsdestinationen, Dauer und geplantes Budget ins Bild gesetzt werden will.
Kann jeder jedes Profil einsehen?
Jeder Nutzer hat zunächst ein anonymes „Basisprofil“, das für alle „friendseek“-User sichtbar ist. Darin kann genau festgelegt werden, welche Informationen man öffentlich teilen möchte. Zusätzlich zum Basisprofil können „Profilansichten“ für unterschiedliche Themenbereiche wie zum Beispiel Freizeit-, Sport- oder Beziehungspartner definiert werden, in denen man im Einzelnen bestimmen kann, welche spezifischen Daten man angeben bzw. welches Foto man verwenden möchte und wer die jeweilige Ansicht sehen darf und wer nicht. Eine Frau, die eine andere Frau für einen Opernbesuch sucht, soll nicht von Männern, die womöglich flirten wollen, kontaktiert werden. Ein Tennisspieler soll gezielt nach Partnern suchen können, die in der Nähe wohnen und das gleiche Spielniveau haben.
Was ist für die Zukunft geplant?
„friendseek“ hat sich zum Ziel gesetzt, als Plattform im Netz das Kontakteknüpfen für den privaten Lebensbereich zu revolutionieren. Es existiert kein vergleichbares Tool, das User so einfach, gezielt und effizient nutzen können. Wir wollen mit „friendseek“ ein neue Alternative sein, für Personen, die mit bestehenden Plattformen unzufrieden sind, und darüber hinaus Personengruppen ansprechen, die diesem Thema gegenüber bisher nicht aufgeschlossen waren. Und wir haben noch viel vor. Ich kann schon so viel verraten, dass es einige spannende Funktionen zum Thema „Gruppen“ geben wird und die mobilen Apps weiter ausgebaut werden.