Kampf dem Schmerz
Egal ob Rückenschmerzen, Migräne, Muskel- oder Gelenksschmerzen – mehr als jede/-r fünfte ÖsterreicherIn über 16 Jahren leidet an Schmerzen. Dabei muss das nicht sein. Vor allem chronischen Leiden kann man zu Leibe rücken.
In Österreich werden direkt und indirekt kosten in Höhe von sechs Milliarden Euro durch Rückenschmerzen verursacht.
Oftmals werden kleine Leiden als Nichtigkeiten abgetan – schließlich will man ja nicht als Hypochonder durch das Leben gehen. Allerdings tut man sich mit dieser „robusten“ Einstellung oft selber nichts Gutes. Fangen doch die meisten ausgewachsenen chronischen Leiden einmal klein an. Nämlich dann, wenn akute Schmerzen oder Grundkrankheiten nicht rechtzeitig oder ausreichend behandelt worden sind. Darum gilt es, aufkommende Schmerzen keinesfalls zu verharmlosen und frühzeitig etwas zu unternehmen.
Das Leiden im Stillen kann weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. „Schmerzäußerungen müssen immer ernst genommen werden, denn der Verlust der Gesundheit ist eine emotionale Belastung und oft leidet die ganze Familie darunter“, so Dr. Renate Barker, Präsidentin der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Schmerzbekämpfung „Contra Dolorem“. Chronische Schmerzen beeinträchtigen nicht nur das Familienleben, sie haben auch Auswirkungen auf den Freundeskreis und am Arbeitsplatz. Oft vernachlässigen chronisch Schmerzkranke ihre Hobbys und ziehen sich total zurück.
Schmerz kennt kein Alter
In den letzten Jahren ist ein Trend hin zu immer jüngeren SchmerzpatientInnen zu beobachten. Zu den gängigsten Beschwerden zählen Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen. Sie sind oft Folgeerscheinungen von Übergewicht, Bewegungsmangel und einseitiger Belastung – Stichwort Computertätigkeit.
Positive Entwicklung: Den Ausgleich zu langen Stillhaltephasen in der Arbeit suchen immer mehr im Freizeitsport. Allerdings darf man dabei nicht auf das An- und Abwärmtraining vergessen. Vor allem ausgiebige Trainingseinheiten ohne aufzuwärmen können langfristig zur Schädigung des gesamten Bewegungsapparates führen.
Informationen und Beratung
Am fünften Wiener Schmerztag am 15. 4. werden verschiedenste Schmerzustände sowie deren Vorbeugung und Behandlung thematisiert. In den Fragestunden von 13–17.20 Uhr gehen ExpertInnen auf individuelle Fragen ein. Viele Selbsttests, Beratungen, Mitmachaktionen und Schnupperseminare runden das interessante Vortragsprogramm ab.
15. 4., 10–18 Uhr, Rathaus (Festsaal), Eintritt frei, www.schmerztag.at
Contra Dolorem, Schmerztelefon 0650/80 80 800, www.schmerzinformation.org