Kunst und ihre Macher
Der November ist trist, grau und langweilig? Von wegen. Bei der Vienna Art Week wird es richtig spannend. Eine Woche dreht sich alles um Kunst und ihre MacherInnen. Schwerpunkt heuer: der Austausch von Kunst und Wissenschaft.
Nur eines der vielen Highlights der Vienna Art Week: „Mode und Fotografie im Wandel“ Peter Weiermair im Gespräch mit F.C. Gundlach, Modefotograf, Sammler und Kurator anlässlich der Ausstellung „Vanity Fair.
Die Idee entstand vor sieben Jahren an einem sonnigen Morgen im Dorotheum: Renommierte Wiener Kunstinstitutionen, Museen und Galerien sollten durch ihr Zusammenwirken als „Art Cluster Vienna“ Wien international in den Brennpunkt rücken und dadurch die Vermarktung als Kunststandort vorantreiben.
Die Idee ging auf: Die Vienna Art Week hat sich als jährliches Highlight zu einem erfolgreichen europäischen Kunstfestival entwickelt und die Wiener Kunstszene ist für internationale KuratorInnen, SammlerInnen und KünstlerInnen als Arbeits- und Lebensraum attraktiv.
21er Haus wird eröffnet
Auch 2011 werden wieder Gäste aus zahlreichen Ländern mit Persönlichkeiten der Wiener Kunstszene über aktuelle Tendenzen in der Kunst diskutieren. Dazu bieten Wiener Kunstinstitutionen, Museen und Galerien ein abwechslungsreiches Programm. Das Spektrum reicht von Spezialführungen über das Gallery Weekend, Installationen, Interventionen und Performances bis hin zu ausgewählten Veranstaltungen in Privatunternehmen, die zeitgenössische Kunst fördern.
Erstmals mit dabei: vier Wiener Designbüros. Einer der Höhepunkte wird zweifelsohne die Eröffnung des 21er Hauses, des neuen Museums für österreichische Kunst, am 21. November sein.
Psychoanalyse und Kunst
Gemäß dem Motto „Reflecting Reality“ liegt der Schwerpunkt der heurigen Vienna Art Week auf Wiens Weltruf als Stadt der Psychoanalyse. Hergestellt werden Verbindungslinien zwischen der Stadt als internationaler Kunstmetropole und ihrem Weltruf als Stadt der Psychoanalyse. Der Blick wendet sich hinter die Kulissen der psychologischen Dynamik von Kunstproduktion und Sammelleidenschaft.
Denn auch der Begriff der Psychoanalyse hat im Kunstbereich in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Konjunktur erfahren. Gegenüber der klassischen Psychoanalyse Sigmund Freuds und dessen Schriften zu Kunst und Kultur haben sich im Spannungsfeld aktueller, individueller, psychischer und gesellschaftlicher Fragestellungen in der Kunst neue ästhetische Praxen herausgebildet.
Kunst als Überlebensstrategie
Kunst reflektiert nicht nur Realität, sondern liefert Material, um mit den Erfordernissen des modernen Lebens umzugehen. Individualität und soziale Beziehungen, Privatsphäre und öffentliches Leben, die Flüchtigkeit des Alltags und das Streben nach Stabilität, Nähe und Distanz sowie Leistung und Entspannung bilden Pole des psychischen Geschehens. Der derzeitige Umbruch politischer Systeme, das Entstehen von Parallelwelten, das Anwachsen psychopolitischer Argumentationsräume werden durch Kunst einer Reflexion unterzogen.
Das Programm der Vienna Art Week könnte vielfältiger nicht sein. Die Höhepunkte der verschiedenen Veranstaltungen finden Sie unter "Mehr zum Thema".